M03: Existenzgründung: Selbständig werden

M03 Existenzgründung

Kapitel 1

Einführung

Was bedeutet es Gründerin zu sein? Eine kurze Einleitung in die Welt des Gründens und Führens.

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Kapitel 2

Geschäftsmodelle

Welche Beschäftigungsmodelle gibt es in der Gründungsphase eines Unternehmens?

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Kapitel 3

Gründungsphase

Wie erstelle ich das erste Geschäftsmodell noch vor der Gründung?

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Kapitel 4

Produktentwicklung

Wie passe ich das Marketing meines Angebots ideal an? Welche Marketingstrategie ist die richtige?

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Kapitel 5

Finanzierung

Wie ist das Finanzierungsverhalten von Gründern? Wer sind die passenden Ansprechpersonen?

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Kapitel 6

Businessplan

Wie entwickle ich meine Geschäftsziele und meinen Business-Plan?

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1.0

Einführung

In der Hochzeitsbranche zu arbeiten ist nicht leicht. Der deutschsprachige Markt ist hart, weil er mit deutlich geringeren Hochzeitsbudgets auskommen muss, als es in vielen anderen Ländern der Fall ist. Bevor man ein Wedding Business eröffnet, sollte man sich daher über einige grundlegende Dinge im Klaren sein und nicht naiv eröffnen; ohne die gegebene Infrastruktur für das eigene Business analysiert zu haben.

Dabei gibt es erprobte Analyse-Systeme und ein konstruktives Vorgehen, das dabei behilflich sein kann alle Problematiken, Chancen aber auch Risiken abschätzen zu können. Sicherlich sind unvorhergesehene Herausforderungen in jedem Fall nicht ausgeschlossen. Aber auch positive Beeinflussungen, wie die unvorhergesehene Empfehlung eines B2B-Partners, können das Tagesgeschäft vor neue Möglichkeiten und Herausforderungen stellen.

Besonders wichtig ist die eigene realistische Einschätzung von Arbeitskraft, Arbeitsmotivation und Lernwille. In der Gründungsphase ist es unerlässlich erfolgreiche Konzepte von anderen Unternehmen zu adaptieren und für das eigene abzuändern – es kann hilfreich sein sich an anderen ein Beispiel zu nehmen und die eigenen Potenziale nicht zu überschätzen. Ebenso ist es eine Aufgabe sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen und die eigene Arbeitsmotivation nicht unnötig unter zu viel Sorgen zu begraben. Die Gründungsphase ist eine der härtesten Erfahrungen, die im beruflichen Werdegang gesammelt werden kann. Nicht jeder ist für eine selbstständige Tätigkeit geeignet – muss er auch nicht. Keiner behauptet, dass die Selbständigkeit das beste Jobmodell ist das es gibt. Wenn doch, hat er keine Ahnung was es bedeutet selbständig zu sein.

Demnach sollte sich niemand genötigt fühlen diesen Weg zu gehen. Bedauerlicherweise ist die Hochzeitsbranche ein Markt, der nicht viele Möglichkeiten der Festanstellung bietet. Aus diesem Grund wird es in diesem Modul hauptsächlich um den Aufbau einer eigenen Unternehmung gehen.

 #Worklifebalance

Frage

Was ist mir wichtig im Leben?
Hochzeitsplaner: Warum tust du nichts gegen den Regen?
Artikel

Die „Burnout Falle“ oder wie man psychisch gesund bleibt

Managerin für „den großen Tag“ eines Ehepaars zu sein, bedeutet nicht nur viel Verantwortung zu tragen, sondern auch, permanent Ansprechpartnerin für alle persönlichen Belange und Wünsche der Kunden zu sein. Durch diese Verfügbarkeit, welche durch die Digitalisierung zur permanenten Erreichbarkeit wird, lauern viele Gefahren, die die psychische Gesundheit der Managerin aus dem Gleichgewicht bringen können.

Ein hohes Engagement und ein stark ausgeprägter Perfektionismus können dazu führen, dass Arbeits- und Erholungsphasen nicht mehr im Gleichgewicht zueinanderstehen. Fehlt die Zeit für Regeneration, versucht der Körper den Zustand der inneren Balance selbst herzustellen: Müdigkeit, Gereiztheit und Lustlosigkeit sind die Folge. Wenn diese Signale nicht ernst genommen werden, kann sich der Körper völlig „ausschalten“. In fachbezogenen Kreisen ist dann die Rede vom „Burnout-Syndrom“. Betroffene können oft nicht mehr ihren einfachsten Alltagsaktivitäten nachgehen, Lust und Freude bleibt aus und eine depressive Stimmung macht sich breit. Von hoher Bedeutsamkeit im Berufsfeld der selbstständigen Eventmanagerin ist es somit präventiv solchen Anzeichen entgegen zu wirken und eine gute Psychohygiene in das tägliche Leben einzubauen.

Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass der Hochzeitstag vom Brautpaar mit Emotionen und hohen Erwartungen besetzt wird. Diese hohe Erwartungshaltung lastet auch auf der Eventmanagerin/Hochzeitsplanerin.  Einen hohen Stellenwert hat daher die ständige Auseinandersetzung mit sich selbst und den Emotionen des Brautpaars.

Als Managerin werden Bewältigungsstrategien und Werkzeuge benötigt, um mit diesen Herausforderungen umgehen zu können. Am allerwichtigsten ist jedoch die Hingabe und der Spaß an der Arbeit, womit sich im Job der Zustand des Wohlbefindens einstellt und die seelische Gesundheit erhalten bleibt.

Besitzen Menschen eine hohe psychische Widerstandsfähigkeit, um Krisen und Stresssituationen zu überstehen, gehen sie achtsam mit sich um und haben stets die Bereitschaft sich selbst zu reflektieren und zu hinterfragen, so sind schon einige Voraussetzungen für den Job als Wedding-Planerin gegeben. Ein professionelles Training kann dazu beitragen jene Skills, welche für dieses Jobprofil benötigt werden, zu erlernen und an der eigenen Kompetenz zu arbeiten. So können Stolpersteine analysiert und an der Persönlichkeit gearbeitet werden.

Putz,Linda: „Die ‚Burnout Falle‘ oder wie man psychisch gesund bleibt“
Artikel für die Gold Wedding Academy. 05.02.2018, Wien.

Linda Putz, BA MA

Bildungswissenschaften - Universität Wien; Sozialpädagogik - Universität Graz; Psychotherapeutisches Propädeutikum - Postgraduate Center Uni Wien

Training für eine berufliche Weiterentwicklung

Frau Putz bietet allen Teilnehmerinnen eine persönliche Begleitung und ein individuelles Training während des gesamten Lehrgangs an.
2.0

Geschäftsmodelle

2.1

Festanstellung

Die bequemste Form der beruflichen Tätigkeit im Hochzeits-Business ist wahrscheinlich die Tätigkeit als Angestellte. Sie bietet Sicherheit und ein kalkulierbares Risiko. Angestellte genießen den Luxus der gesicherten Krankenkassen-, Sozial,- und Rentenversicherung. Je nach Wochenstundenzahl sind auch die Urlaubstage garantiert und jährlich fest kalkulierbar. Auch wenn in einer Festanstellung ggf. in den Sommermonaten eine Urlaubssperre verhängt wird, ist die Planung des Urlaubs vergleichsweise früh im Voraus möglich. In Festanstellungen tätig sind beispielsweise Bankettmanagerinnen und Bankettmanager, die für Hochzeits- und Eventlocations Hochzeiten organisieren und betreuen. Große Hochzeitslocations haben mindestens eine Bankettmanagerin, die sich um die jährlichen Hochzeiten und Paare kümmert. Sie ist für externe Dienstleister die erste Ansprechperson bei Fragen.

2.1.1

Berufsbild Bankettmanagerin

Bankettmanagerinnen haben für gewöhnlich eine Ausbildung / ein Studium im Eventmanagement absolviert oder eine Berufsausbildung in der Hotellerie oder Gastronomie abgeschlossen. Im folgenden werden die Aufgabenfelder einer Bankettmanagerin aufgeführt:

Tätigkeitsfelder
Anforderungen
Berufsaussichten
Aufstiegsmöglichkeiten

BankettmanagerInnen leiten, koordinieren und organisieren die Bankett- und Seminarabteilung in Hotels oder mittleren Betrieben der Gastronomie. BankettmanagerInnen sind für die Planung, Organisation, Durchführung von Festessen im Rahmen von Veranstaltungen tätig. Das sind üblicherweise Firmenfeiern, Ausstellungen, PR-Veranstaltungen, Hochzeiten, Seminare und Kongresse. Außerhalb eines Hotels oder Restaurants sind sie auch für das Catering bei verschiedenen Events verantwortlich. In Großbetrieben obliegt die Leitung dieser Prozesse den/der Food & Beverage ManagerIn.

Bei einer konkreten Anfrage erstellen sie den Kostenvoranschlag und kümmern sich um den Schriftverkehr (Angebote, Verträge). Darüber hinaus übernehmen sie auch die Vermittlung von KünstlerInnen für Events. Sie beraten KundInnen die eine Veranstaltung buchen möchten, präsentieren die entsprechenden Räume und nehmen die Reservierung vor. Dann informieren sie Küche, Bar und Service über die Anforderungen in Bezug auf die Speisen. In Zusammenarbeit mit den Küchen- und RestaurantleiterInnen und Köchen/Köchinnen planen sie die Speise- und Getränkezusammenstellung und deren Abfolge entsprechend den Vorgaben der KundInnen. Sie buchen die Wareneinsätze über ein elektronisches Kassensystem und übernehmen die Warenbestellung.

Zudem überwachen sie den zeitgerechten Beginn der Arbeiten (Eindecken der Tische, Aufbauen des kalten Buffets usw.) und koordinieren den Einsatz des Küchen- und Servierpersonals. Bei Veranstaltungen und Rahmenprogrammen sorgen sie für den reibungslosen Ablauf der Kaffee- und Mittagspausen etc. BankettmanagerInnen führen.

Ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit und sozialer Kompetenz, ebenso Kritikfähigkeit, Stressresistenz, ein gutes Gedächtnis (oft geht es hektisch zu, manchmal sind mehrere hundert Gäste zu betreuen , zudm sind auch Kleinigkeiten und Sonderwünsche zu berücksichtigen), Sprachfertigkeit, Offenheit, Kreativität, die Bereitschaft zu extrem unregelmäßigen und unüblichen Arbeitszeiten, ein hohes Maß an Mobilität, Pünktlichkeit, exaktes Arbeiten, Fremdsprachenkompetenz (v.a. Englisch und Französisch).

Die Hotellerie ist international einem harten Wettbewerb ausgesetzt. Höchste Produkt- und Servicequalität sowie das Wohlergehen der Gäste haben oberste Priorität – dies gilt sowohl im Restaurant/Hotel als auch bei Veranstaltungen. Der Wandel von Hotels und Gästen gehört zu den wichtigsten Herausforderungen: das weltweite Zusammenrücken der Destinationen, eine erhöhte Preistransparenz im Internet, ein kostenintensiver Infrastruktur- und Personaleinsatz etc. Beispielsweise verändern Gesellschaftstrends das Reiseverhalten und damit einhergehend die Erwartungen und Bedürfnisse von Gästen.

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen in Funktionen wie Abteilungsleitung, Restaurant- und Hoteldirektion. Vor allem international sind die Aufstiegsmöglichkeiten günstig. Auslandserfahrung und Fremdsprachenkenntnisse erleichtern im Fremdenverkehrsbereich die Karriere.

Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen in alle Bereichen, z.B. als ControllerIn, BeschwerdemanagerIn, HygienemanagerIn, QualitätsmanagerIn, Marketing und VertriebsmanagerIn, EmpfangschefIn, MagazinverwalterIn, EventmanagerIn.

Mit entsprechenden (Zusatz)Qualifikationen, z.B. Befähigungsprüfung für das Gastgewerbe können sie grundsätzlich auch die selbstständige Ausübung im Rahmend eines facheinschlägigen Gewerbes gemäß der Gewerbeordnung einschließlich des Handelsgewerbes übernehmen. Sie können auch in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft als ManagerIn, als selbstständige HochzeitsplanerIn oder Sommeliére tätig sein.

Job im Portrait: Bankett-Manager
2.2

Selbständigkeit im Nebenerwerb

Viele Festangestellten entscheiden sich bei ihrem Wunsch im Wedding-Business zu arbeiten für eine „Teilselbständigkeit“. Im ersten Schritt verringern sie bei ihrem aktuellen Arbeitgeber die wöchentliche Arbeitsstunden, um unter der Woche 1-2 Tage die Möglichkeit zu haben in ihrem Nebenjob zu arbeiten. Um dennoch den Schutz der Festanstellung zu genießen, beschränken sich viele auf ein kleines Projekt, das sie parallel zu ihrem eigentlich Jobs betreiben können. Diese Variante bietet die gleichen Sicherheiten, wie eine Festanstellung in Vollzeit und kann ohne merkliche Veränderungen im beruflichen Alltag begonnen werden. Dabei ist auf die individuellen Bestimmungen im eigenen Arbeitsvertrag zu achten. Viele Unternehmen schließen die Arbeit in einem Nebenjob gänzlich aus oder geben ihr Einverständnis nur nach Absprache. Handelt es sich bei dem Nebenjob um eine nebenberufliche Existenzgründung muss der Arbeitgeber schriftlich darauf hingewiesen werden. (vgl. S.37 Praxishandbuch Existenzgründung)

„Grundsätzlich darf jede Arbeitnehmerin mehrere sich zeitlich nicht überschneidende Beschäftigungen ausüben. Dies kann auch eine selbständige Tätigkeit sein – denn es gibt ein Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und auf freie Berufsausübung. Dennoch kann es Einschränkungen von Nebentätigkeiten auf der Grundlage von Gesetzen, Tarifverträgen oder Arbeitsverträgen geben.“(siehe: S.11 Teilzeit Selbständigkeit)

In 7 Schritten nebenberuflich selbstständig machen

Kriterien für eine mögliche Nicht-Genehmigung des Arbeitgebers

Siehe: "Teilzeit Selbständigkeit S.11-19" und "Teilzeit – alles was Recht ist" sowie teilzeit-info.de
  • Zeitliche Überlastung der festgelegten 48 h Woche
  • Widerspruch des Erholungszwecks des Urlaubs
  • Gefährdung der Gesundheit
  • Wirtschaftliche Konkurrenz (unten weiter ausgeführt)
  • Pflichtverletzungen des Arbeitsvertrags

Wirtschaftliche Konkurrenz

Um unangenehme Konfrontationen zu vermeiden ist beim Geschäftsbereich des Nebenjobs darauf zu achten, dass kein Interessenskonflikt mit dem Arbeitsfeld des Arbeitgebers zustande kommt: Beispielweise ist eine Tätigkeit in einer Grafikagentur in Kombination mit einem Nebenjob als Weddingdesignerin für Papeterie ggf. ein Interessenskonflikt mit dem Feld des Arbeitgebers, da potenzielle Kunden durch den Nebenjob abgeworben werden könnten. Gerade in gestalterischen Berufen sind die Fälle des Interessenskonflikts nicht selten.

Wohingegen die Ausübung einer Tätigkeit als Elektronikerin in Kombination mit dem Betreiben eines kleinen Brautschmuck-Labels auf ebay vermutlich wenig Konfliktpotenzial mit sich bringt. Die Grenze zwischen potenziellem Konkurrenzgeschäft muss von Fall zu Fall individuell abgewogen werden. In jedem Fall empfiehlt es sich den eigenen Arbeitsvertrag gründlich nach Klauseln zu prüfen und ggf. mit dem Arbeitgeber bzw. der Arbeitgeberin das Gespräch zu suchen.

Frage

Wie schätze ich meine/n Chef/in ein?
Wenn Sie sich nebenberuflich selbstständig machen

Kranken- und Pflegeversicherung

Die Teilselbständigkeit besteht darin, dass zwei Jobs gleichzeitig in ähnlichem Maße ausgeübt werden. Dabei bietet dieses Modell die Freiheit das eigene Business voran zu treiben und im Falle des Scheiterns das Existenzrisiko zu minimieren.

„Eine wichtige Frage bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Teilselbständigkeit ist, ob und welche zusätzlichen Kosten bei der bestehenden Kranken- und Pflegeversicherung entstehen. Diese Frage entsteht in erster Linie im Zusammenhang mit der gesetzlichen Krankenversicherung, da sich dort die Höhe der Beiträge an der Höhe des Einkommens orientiert.“ (siehe: S.32 Teilzeit Selbständigkeit, weitere Ausführung auf S.41)

Weitere Ausführung: „Die Beiträge der Kranken- und Pflegeversicherung können für Teilzeitselbständige ein hoher Kostenfaktor werden. Ob zusätzliche Kosten entstehen und wie hoch die Beiträge voraussichtlich sein werden, sollte vor dem Beginn der selbständigen Tätigkeit in einem Gespräch mit der Krankenversicherung geklärt werden.

Maßgeblich für die Beitragsbemessung ist das Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse. Darum ist es wichtig, der Krankenkasse die Berufstätigkeiten und Einkommen zu beschreiben und einen schriftlichen Bescheid über die Einstufung zu verlangen. Nur dann hat die Aussage der Krankenversicherung eine gewisse Sicherheit, so daß nicht unerwartet hohe Beiträge nachgefordert werden. Wenn die Entscheidung der Krankenversicherung nicht einleuchtend ist, kann diese Frage vor dem Sozialgericht geklärt werden.

Festzuhalten bleibt, daß der Mindestbetrag zur Kranken- und Pflegeversicherung für hauptberufliche Selbständige sehr hoch ist. Rechtlich läßt sich dagegen kaum etwas unternehmen, das Bundesverfassungsgericht hat diese Beitragsgruppierung als verfassungsgemäß erklärt.“ (siehe: S.41 Teilzeit Selbständigkeit)

Teilzeit und Krankenversicherung: Führt weniger Arbeit zu geringerem Schutz?
2.3

Freie Mitarbeit

Der Einstieg in die Hochzeitsbranche kann erschwert sein, wenn es in der näheren Umgebung viel Konkurrenz gibt oder wenige große Hochzeits-Anbieter den Markt beherrschen. Um einen guten Einblick in den Arbeitsalltag im Weddingmanagement oder Weddingdesign zu erhalten kann eine freie Mitarbeit in einem Unternehmen eine passende Lösung darstellen. Als freie Mitarbeiterin in einem bestehenden Hochzeitsunternehmen einzusteigen ist eine seltene aber gute Gelegenheit, um einen schnellen Weg in die Hochzeitsbranche zu finden.

Freie Mitarbeitende werden behandelt, wie Festangestellte mit ähnlichen oder gleichen Aufgaben, einem eigenen Arbeitsplatz, aber auf Honorarbasis. „Der einzige Unterschied zu einer Festanstellung: Freie Mitarbeiter haben keinen Vertrag und dürfen (theoretisch) für mehrere Unternehmen tätig sein. Unternehmen sparen sich mit dieser Form der Mitarbeit Sozialversicherungsbeiträge. Auch die weiteren Vorteile dieser Freiheit liegen in erster Linie auf Unternehmensseite“ (S.37 Praxishandbuch Existenzgründung) Der Vorteil für die freie Mitarbeiterin ist das Mitwirken im Alltagsgeschäft ohne große Verpflichtungen und Gebundenheit an einen Arbeitgeber. Ein Nachteil sind die fehlenden Sicherheiten für Sozialversicherung, Kündigung und Garantie der Weiterbeschäftigung oder Übernahme.

In 10 Schritten zum Freelancer
Wie fängt man an? - Freelancing als Designer #1
Freier Dienstvertrag des Bundesministeriums für Finanzen
2.4

Freiberufliche Tätigkeit

Unabhängig von einer Teilselbständigkeit oder einer Selbständigkeit in Vollzeit gibt es unterschiedliche Modelle der Selbständigkeit. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der prozentuale Anteil der Bürgerinnen und Bürger, die freiberuflich, selbständiger Arbeit nachgehen in etwa ähnlich. Zu ihnen zählen nicht nur Freelancer sondern auch Landwirte, Ärzte, Kreative aller Art und Unternehmerinnen (Unternehmer).

Zahl der Selbstständigen in freien Berufen in Deutschland

von 2014 bis 2017 (in 1.000, jeweils zum 1. 1. des Jahres, geänderte Darstellung
20171.382.000
20161.344.000
20151.309.000
20141.256.000

In der Hochzeitsbranche ist ein großer Teil, der im Business tätigen, selbständig. Angestellte sind unter anderem in der Modebranche, in großen Fotostudios, in Patisserien, in der Hôtelie und im Gastgewerbe zu finden. Die restlichen Berufsbild speisen sich hauptsächlich aus selbständigen Tätigkeiten, wie DJ’s, Traurednerinnen und Trauredner, Hochzeitsplanerinnen, Floristen und beispielsweise Grafikdesignerinnen (Freelancer).

„Freelancer sind im angloamerikanischen Raum keine Freiberufler (die es dort nicht gibt), sondern Selbständige, die auf eigene Rechnung arbeiten, aber keine eigene Firma besitzen. Vielfach handelt es sich um Projektarbeit.“ S.29 Praxishandbuch Existenzgründung

Das Gründen einer Firma aus der Arbeitslosigkeit ist ein deutsches Phänomen und einmalig in Europa. Mit Hilfe des Existenzgründungszuschusses (ExGZ) oder im im Rahmen einer Ich-AG kann eine arbeitslose Arbeitnehmerin gründen.

In 10 Schritten zum Freelancer
Wie fängt man an? - Freelancing als Designer #1
Freier Dienstvertrag des Bundesministeriums für Finanzen

Überbrückungsgeld oder Ich-AG

„Als Faustregel für die Unterscheidung gilt: Überbrückungsgels lohnt sich für alle, die in ihrem früheren Job überdurchschnittlich gut verdient haben. Es spricht zudem Menschen an, die noch nicht arbeitslos sind, denen aber vermutlich bald eine Kündigung ins Haus flattern wird, weil der Arbeitgeber zum Beispiel umstrukturiert oder fusioniert und der Arbeitsplatz aus anderen Gründen wegfallen wird. Es ist auch ideal für alle, die höhere Gewinnerwartungen haben und schnell wachsen möchten. Wie die Ich-AG ist das Überbrückungsgeld eine Muss-Geldleistung.“ S.271 Praxishandbuch Existenzgründung

MOUSEOVER: (Das heißt: Die Arbeitsagentur darf den Antrag auf Förderung seit dem Jahr 2004 nicht ablehnen, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Für die Ich-AG war dies von Anfang an so.)

Überbrückungsgeld und der Existenzgründungszuschuss
Selbsttest: Test Ich-AG oder Überbrückungsgeld

Infrastruktur überprüfen

In jedem Fall sollte sich eine Existenzgründerin darüber im Klaren sein, dass die neue Selbständigkeit inhaltlich und emotional einen lange begleiten wird. Ständig das Geschäftsmodell zu ändern ist nicht sehr ratsam. Im Lauf der ersten Geschäftsjahre sollte die Unternehmung so konstant wie möglich in der Außendarstellung einen Kurs verfolgen. Zielgruppe und Marktplatzierung müssen vorab wohl kalkuliert und strategisch gut gewählt sein. Schlecht ist es, wenn man sich beispielsweise vorläufig für eine Zielgruppe im unteren Preissegment entscheidet und die entsprechenden Werbemaßnahmen darauf auslegt und im Lauf eines Geschäftsjahrs sich für die Ansprache einer Zielgruppe im Premiumsegment entscheidet. Die finanzierten Werbemaßnahmen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit wirkungslos bleiben, weil die falsche Zielgruppe adressiert wird.

Anhand dieses Beispiels wird deutlich, dass wichtige unternehmerische Entscheidungen ganz zu Beginn der Selbständigkeit gefällt werden. Entscheidungen, die den Erfolg maßgeblich beeinflussen und die man vielleicht als unwichtig empfindet. Es kann sehr hilfreich sein, sich einem Experten der Branche anzuvertrauen oder ein Familienmitglied zu befragen, das diesen Prozess bereits hinter sich gebracht hat und aus dem eigene Erfahrungsschatz erzählen kann. Es kann ebenso informativ sein mit ehemaligen Unternehmern zu sprechen, die ihr Business geschlossen oder gezwungener Maßen aufgeben mussten. Aus Erfahrungen kann man Fehlentscheidungen für sein eigenes Business ableiten. Dabei ist darauf zu achten, dass die Branchen vergleichbar sind. Ein Handwerksbetrieb, der von öffentlichen Stellen Aufträge entgegennimmt und hauptsächlich durch Stammkunden sein Geschäft betreibt, ist wenig vergleichbar mit einem Brautmodengeschäft, das auf Laufkundschaft angewiesen ist und jedes Geschäftsjahr neue Bräute als Kundinnen akquirieren muss.

Vergleichbar sind aber andere Modegeschäfte, die ggf. im gleichen Stadtteil eröffnet haben oder mit gleichen infrastrukturellen Problemen zu kämpfen haben. Diese Erfahrungsberichte können wertvoll für die eigene Unternehmensführung sein.

 #Trustyourself

Profi-Tipp:
Ein gut gemeinter Rat ist, dass man sich für die Gründungsphase ein kleines Team an vertrauten Personen um sich schart, das einen kompetent und auch verständnisvoll berät. Denn die Phase der Selbständigkeit kann sehr einsam machen. Man arbeitet viel und hat weniger Zeit für Privates. Man sollte zu Beginn nur sehr wenige Personen mit seiner Idee vertraut machen. Bei einem Scheitern ist die Scham umso größer, je mehr davon wussten. Sollte sich der Erfolg bereits nach kürzester Zeit einstellen, kann man früh genug von seinen Plänen und Erfolgen berichten.

Gründungsportrait

Fräulein Feiertag

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  • Adipiscing Vulputate
  • Ultricies Bibendum
  • Fringilla Quam Elit
  • Fermentum Tellus
  • Commodo Vestibulum

Gründerinnen-Tagebuch

Das Gründen aus der Arbeitslosigkeit unterliegt einigen Rahmenbedingungen, die einen schnellen Wachstum und ggf. Erfolg limitieren. 95% der Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus starten in der Dienstleistungsbranche. (vgl. S.33 Praxishandbuch Existenzgründung) Das ist besonders dem sehr geringen Eigenkapital (Startkapital) geschuldet, das größere Anschaffungen und Investitionen nicht zulässt. Berufe in der Dienstleistungsbranche haben den Vorteil, dass sie zu großen Teilen auf der Arbeitszeit der Gründerin aufgebaut sind und „Man-Power“ die größte Ressource ist auf die zurück gegriffen werden kann. Dabei sollten Gründerinnen von Beginn an ein Gründertagebuch führen in das sie alle geleisteten Stunden eintragen.

Vorteile des Gründertagebuchs sind die eigene Kontrolle und Transparenz der geleisteten Arbeitsstunden, die später mit einem Stundensatz hinterlegt werden können und eine persönliche Schätzung des Unternehmenswerts zulassen. Zum anderen kann es ein wichtiges Monitoring-Tool sein, um zu wissen wie viel Personal benötigt wird, um die Tätigkeiten aufzuwiegen, was bisher alles selbst gemacht wurde.

Trägt man zuverlässig alle Tätigkeiten in das Gründertagebuch ein, kann man spätere Arbeitsbereiche daraus herleiten und diese an Mitarbeiter/innen und Praktikanten leichter weitergeben. Viele Gründerinnen merken erst nach einer geraumen Zeit was sie alles machen, wenn sie einmal ausfallen oder nicht arbeiten können.

In der Gründungsphase arbeiten die meisten überdurchschnittlich viel. Dabei vergessen sie, dass sie das nicht immer machen können. Viele Aufgaben entfallen auch mit der Zeit, weil die Business-Strukturen irgendwann aufgebaut sind und nur noch optimiert werden. Aber einen Überblick über die eigene Arbeitsleitung zu haben ist in jedem Fall empfehlenswert.

Anhand dieses Beispiels wird deutlich, dass wichtige unternehmerische Entscheidungen ganz zu Beginn der Selbständigkeit gefällt werden. Entscheidungen, die den Erfolg maßgeblich beeinflussen und die man vielleicht als unwichtig empfindet. Es kann sehr hilfreich sein, sich einem Experten der Branche anzuvertrauen oder ein Familienmitglied zu befragen, das diesen Prozess bereits hinter sich gebracht hat und aus dem eigene Erfahrungsschatz erzählen kann. Es kann ebenso informativ sein mit ehemaligen Unternehmern zu sprechen, die ihr Business geschlossen oder gezwungener Maßen aufgeben mussten. Aus Erfahrungen kann man Fehlentscheidungen für sein eigenes Business ableiten. Dabei ist darauf zu achten, dass die Branchen vergleichbar sind. Ein Handwerksbetrieb, der von öffentlichen Stellen Aufträge entgegennimmt und hauptsächlich durch Stammkunden sein Geschäft betreibt, ist wenig vergleichbar mit einem Brautmodengeschäft, das auf Laufkundschaft angewiesen ist und jedes Geschäftsjahr neue Bräute als Kundinnen akquirieren muss.

Vergleichbar sind aber andere Modegeschäfte, die ggf. im gleichen Stadtteil eröffnet haben oder mit gleichen infrastrukturellen Problemen zu kämpfen haben. Diese Erfahrungsberichte können wertvoll für die eigene Unternehmensführung sein.

 #Tagebuch
Vorlage Gründertagebuch [PDF]

Realistische Prioritäten setzen

Nicht jede Unternehmerin wünscht sich ein Imperium mit hunderten von Angestellten und riesigen Geschäftsräumen. Bevor man sich im Dschungel der Gründungsphase verliert sollte man sich realistische Vorstellung davon machen, was einen langfristig erwartet. Sich einige maßgebliche Fragen zu beantworten kann die eigene Vorstellung von der Art der Selbständigkeit schärfen:

  • Was könnte ich erreichen?
  • Was will ich davon erreichen?
  • Wieviel möchte ich verdienen?
  • Mit wieviel Geld würde ich auskommen?
  • Wie schätze ich meine eigene Arbeitsmotivation in Stunden pro Woche ein?

Mit der Beantwortung dieser Fragen schätzt man zum einen seine Wachstumspotenziale ein (was könnte ich erreichen) und zum anderen seine Existenzuntergrenze, die später für die Berechnung des Unternehmergehalts benötigt wird. Mit Wochenstunden kann man die eigene Arbeitsmotivation realistisch einschätzen.

Welcher Arbeitstyp bin ich?

Grafik, eigene Darstellung © Gold Academy 2018

Grafik

A 0-10 h           – Viel Freiraum für Familie, Freunde & Hobbies

B 10-20 h – Zeit für Familie, mit einem kleinen finanziellen Zugewinn

C 20-30 h – Motiviert das eigene Business zu betreiben und Bedürfnis Zeit für Hobbies, Familie und Freunde zu haben.

D 30-40 h Vollzeittätigkeit im eigenen Business mit Entwicklungspotenzial und Zeit für ein Privatleben

E 40-50 h Sehr motiviert das eigene Business voranzutreiben mit weniger Zeit für Privates

F 50-60 h Erhöhte Entwicklungsmöglichkeiten und hohe Motivation schnell große Erfolge zu erzielen

G >60 h Sehr große Entwicklungsmöglichkeiten, Verkürzung der Gründungsphase, 7-Tage-Woche.

 #Beyourownboss
Vorlage Gründertagebuch [PDF]